Konzentration auf Sachfragen: Politik ist kein Showbusiness

Düsseldorf, 12. April 2012
Christian Lindner
Christian Lindner
Spitzenkandidat Christian Lindner spricht im Interview mit der „Bunte“ über die Beweggründe für seinen Rücktritt als FDP-Generalsekretär, in welchen Punkten sich die Agenda der NRW-Liberalen vom Bund unterscheidet und was er vom Personenkult in der Politik hält. „Politik ist kein Showbusiness. Wir konzentrieren uns deshalb ernsthaft auf Sachfragen: raus aus den Schulden, faire Bedingungen auch für das Gymnasium und eine vernünftige Industriepolitik.“

„Ich bin leidenschaftlich davon überzeugt, dass unsere Freiheit immer wieder verteidigt werden muss. Gegen den Missbrauch von Macht und gegen fürsorgliche Politiker, die uns zu unserem Glück zwingen wollen“, betont der Liberale zu seiner Motivation, den Wahlkampf in seinem Heimatbundesland anzuführen.

Keine persönlichen Gründe für Rücktritt

Entgegen vieler Spekulationen habe es vor seinem Rücktritt im Dezember kein Zerwürfnis zwischen ihm und dem FDP-Parteichef Philipp Rösler gegeben. Lindner unterstreicht in der „Bunten“, dass es hierfür „keine persönlichen, sondern ausschließlich politische Gründe“ gegeben habe. „Man kann ein politisches Amt nicht um jeden Preis ausüben. Wenn man sich bewusst wird, dass man seinen eigenen Ansprüchen und den Erwartungen Dritter nicht mehr gerecht werden kann, ist eine Neuaufstellung im Interesse aller Beteiligten auf jeden Fall besser.“

Personenkult: Politik ist kein Showbusiness

Den von den Medien herbeigeredeten Kult um seine Person sieht Lindner nüchtern. „Es geht doch nicht um mich als Person. Die Menschen interessiert in NRW letztlich nicht, was aus Hannelore Kraft, Norbert Röttgen oder mir wird. Sie wollen wissen, was wird aus ihrem Land“, stellt der FDP-Spitzenkandidat im Interview klar. Daher konzentriere sich die FDP in NRW auch auf die Lösung elementarer Sachfragen, wie Haushalt, Bildung und Industriepolitik.

NRW-Politik: Haushaltsausgleich hat Priorität

Was die Prioritätensetzung in der NRW-Landespolitik angeht, so fordert Lindner ein neues Denken. „ Angesichts der Überschuldung muss der Ausgleich der Haushalte Vorrang haben vor neuen Aufgaben für den Staat und auch vor Steuerentlastungen, selbst wenn diese an sich wünschenswert wären. Unsere Landespartei hat sich wie eine Frau und ein Mann hinter dieser neuen Prioritätenfolge versammelt. Diese Geschlossenheit gibt uns Glaubwürdigkeit. Das hilft uns im Wahlkampf.“