Stamp fordert Rot-Grün auf, Landesintegrationsgesetz zügig vorzulegen

Joachim Stamp Am Sonntag hat sich der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan für die Integration und gegen eine "Assimilation" der in Deutschland lebenden Türken ausgesprochen. Bei seiner Rede in Düsseldorf vor 11.000 Zuhörern forderte er, dass türkische Kinder in Deutschland zuerst ihre Muttersprache lernen sollten. FDP-Generalsekretär Joachim Stamp bezeichnete das Erlernen der deutschen Sprache jedoch als notwendige Voraussetzung für die Integration. Er forderte die Landesregierung auf, das Landesintegrationsgesetz zügig vorzulegen.
FDP-Generalsekretär Joachim Stamp kritisierte die Äußerungen Erdogans. „Kein ernstzunehmender politischer Akteur beabsichtigt, Zuwanderern ihre eigene kulturelle Geschichte zu nehmen. Wer dies suggeriert, schadet den Integrationsbemühungen“, so Stamp.
Für die FDP sei zudem klar, „dass jedes Kind beste Bildungschancen erhalten muss“. Das Erlernen der deutschen Sprache sei dabei eine notwendige Voraussetzung. Es wäre auch hilfreich, „wenn nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, die ihre Zukunft dauerhaft in Deutschland sehen, eine hohe Priorität darauf legen würden, bestehende Sprachdefizite abzubauen“. Hier müsse auch die deutsche Gesellschaft Zuwanderer „noch besser fördern und das Kursangebot weiter optimieren“.
Stamp forderte zudem ein tragfähiges Gesamtkonzept. Die Landesregierung dürfe mit dem Landesintegrationsgesetz daher nicht bis 2012 warten, sondern müsse „endlich einen ersten Entwurf vorzulegen. Das wäre ein wichtiges Signal, dass Integration weiterhin den notwendigen Stellenwert in Nordrhein-Westfalen behält und Defizite systematisch abgebaut werden können."
FDP-Integrationspolitiker Serkan Tören machte deutlich, dass jeder Mensch in Deutschland frei sei in seiner Entscheidung, wie er sich in die Gesellschaft integriert. "Von einer Assimilierung zu trennen, ist die Notwendigkeit, die deutsche Sprache in Deutschland zu beherrschen", so Tören. Denn die Sprache sei die Grundvoraussetzung der Integration in die Gesellschaft und zur Teilhabe. "Niemand will die Ursprungssprache der Migranten dabei in irgendeiner Weise antasten", sagte Tören.
FDP-Generalsekretär Christian Lindner attestierte Erdogans Rede einen "verstörenden Charakter". "Wir wollen, dass diese Menschen Deutschland als Heimat und die Türkei als Herkunft begreifen." Diese Prioritätenfolge relativiere Erdogan. Wer dauerhaft in Deutschland lebt und Rechte in Anspruch nimmt, müsse Deutsch lernen, bekräftigte Lindner.












