Berechtigte Chance auf ein globales Klimaabkommen

Berlin, 13. Dezember 2010

Michael Kauch
Michael Kauch
In letzter Sekunde haben sich die Teilnehmer des UN-Klimagipfels in Cancún darauf verständigt, das Kyoto-Protokoll nach 2012 nicht auslaufen zu lassen. "Deutschland und die EU haben klug verhandelt", sagt FDP-Umweltexperte Michael Kauch. Der Beschluss der schwarz-gelben Koalition, eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls auch ohne die USA anzubieten, sei richtig gewesen. Im Ergebnis sieht Kauch jetzt "eine berechtigte Chance auf ein globales Klimaabkommen".

Lange Zeit sah es danach aus, dass der UN-Klimagipfel im mexikanischen Cancún ähnlich ergebnislos wie sein Vorgänger in Kopenhagen zu Ende gehen könnte. Im letzten Augenblick einigten sich die Länder dann darauf, die Höchstgrenze von zwei Grad Klimaerwärmung zum offiziellen Ziel zu erklären und die Arbeit an einem Nachfolgeabkommen des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls so schnell wie möglich zum Abschluss zu bringen. Im Kyoto-Protokoll hatten sich rund 40 Industrieländer verpflichtet, ihre Treibhausgase im Zeitraum von 2008 bis 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken.

Darüber hinaus stärkten die 193 Länder in Cancún den Waldschutz, brachten den Emissionshandel voran und verständigten sich auf Milliardenhilfen für arme Länder.

"Am Ende hat der Wille zur Zusammenarbeit gesiegt", kommentiert der umweltpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Michael Kauch, das Ergebnis. Die Gewinner seien die kommenden Generationen. Das Ergebnis von Cancún lege die Grundlagen für künftige Strukturen, die nun mit Leben gefüllt werden müssten. Besonders die Außenpolitik sei jetzt gefragt, im nächsten Jahr den Interessenausgleich mit den USA, Japan und China voranzutreiben.

In den Beschlüssen sieht Kauch auch die Verhandlungsführung Deutschlands und der EU bestätigt. Es sei "strategisch absolut richtig" gewesen, dass die christlich-liberale Koalition im Bundestag beschlossen hatte, eine zweite Verpflichtungsperiode für das Kyoto-Protokoll auch ohne die USA anzubieten. Ebenso habe die einseitige Verpflichtung auf 40 Prozent CO2-Einsparung bis 2020 und 80 bis 95 Prozent bis 2050 Deutschland ebenfalls Glaubwürdigkeit verschafft. Kauch sieht darin Deutschlands Vorreiterrolle gestärkt. Jetzt müsse die Bundesregierung auch von den EU-Partnern ein vergleichbares Engagement einfordern.

Spenden Sie hier!

YouTubeTwitterFlickrIssue