Internetsperren: Ineffizient und gefährlich

Berlin, 27. Juli 2010

Marco Buschmann
Marco Buschmann
Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Recht der FDP-Bundestags- fraktion, Marco Buschmann, kritisiert im NRZ-Interview die Netzsperren für Seiten mit kinderporno- graphischen Inhalten als "ineffizient und gefährlich". Für Täter wirke "das Stopp-Schild wie ein Qualitätssiegel" argumentiert der liberale Rechtsexperte und plädiert für das Löschen.

FDP-Politiker gegen Sperren im Internet, Interview in der "NRZ" vom 27.07.2010
"Ineffizient und gefährlich", Gastkommentar in "Die Welt" vom 17.07.2010

Die Ineffizienz der Internetsperren resultiere aus den Verbreitungskanälen für Webpornographie. Nur der kleinste Teil kinderpornografischen Materials werde über öffentliche Internetseiten vertrieben, 80 Prozent dagegen werden über sogenannte Filesharing-Netzwerke oder in geschlossenen Foren ausgetauscht.

Seitensperren helfen demnach wenig, binden personelle Kapazitäten und "schaden häufig sogar". "Sie nehmen den Druck aus der öffentlichen Debatte, in der es um die wirklich effizienten Methoden zur Missbrauchsbekämpfung gehen müsste", warnt Buschmann. Das Personal könne besser für die verdeckte Ermittlung in geschlossenen Foren eingesetzt werden, in denen sich die Intensivtäter verstecken.