Viele Ärzte werden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Medizinabsolventen zieht es, statt den Arztberuf zu ergreifen, verstärkt in die Forschung oder ins Ausland. Gleichzeitig steigt, vor dem Hintergrund der wachsenden Zahl älterer Menschen, die Nachfrage nach gut ausgebildeten Ärzten. Vor allem in ländlichen Regionen wird dies zu Versorgungsengpässen führen. Welche Lösungsansätze sehen hier Ärzteschaft und Krankenkassen? Wie kann die Politik dazu beitragen, den Arztberuf wieder attraktiver zu gestalten? Welche Maßnahmen müssen in der ärztlichen Aus- und Weiterbildung ergriffen werden? Über diese und weitere Fragen haben wir mit Fachleuten aus der Ärzteschaft, den Krankenkassen, Praktikern und Politikern am 31. März 2010 in Recklinghausen diskutiert.
Ulrike Flach „Im Fernsehen kommt der Landarzt immer. Er ist immer da. Das ist der Unterschied zudem, was wir in den letzten Jahren in Deutschland erleben“, mit diesen Worten eröffnete Ulrike Flach, stellvertretende Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, den Kongress.
Auf dem Podium vor rund 150 Gästen diskutierten Daniel Bahr MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit, Dr. Hans-Peter Peters, Mitglied der Ärztekammer sowie der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Dr. Karl-Georg Furche, Vorstandsmitglied des Landesverbandes Praxisnetze NRW und der Medizinstudentin im praktischen Jahr, Stella Urban darüber, wie man die Attraktivität des Arztberufes wieder steigern kann, um den Ärztemangel in den Griff zu bekommen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung fehlen in Deutschland jetzt schon über 3600 Ärzte und rund 5000 Stellen für Klinikärzte sind unbesetzt.
Daniel Bahr In ihrer Rede betonte Flach, dass die Aufgabe der neuen Regierung, darin besteht, gemeinsam mit den ländlichen Kommunen die entsprechenden Rahmenbedingungen zur Verbesserung der flächendeckenden Ärzteversorgung auf dem Land zu setzen. Es sollen Modelle geprüft werden, bei denen Räumlichkeiten für wechselnde Fachärzte auf dem Land für wechselnde Sprechstunden zur Verfügung gestellt werden.
Unter der Führung von Philipp Rösler möchte die FDP die Vorzüge des deutschen Gesundheitssystems - Ärzte und Spezialisten in Wohnortsnähe, hohe Qualität in der ambulanten Patientenversorgung und dies rund um die Uhr - für die Zukunft sichern. "Zu den vorrangigen Aufgaben der nächsten Jahren werden deshalb die Vermeidung der Unterversorgung, eine verbesserte Zusammenarbeit des ambulanten und stationären Sektors und der Erhalt der freien Ärztefreiberuflichkeit gehören", so die liberale Gesundheitspolitikerin.
Andreas Pinkwart Der Landesvorsitzende der FDP-NRW, Andreas Pinkwart unterstrich in seinem Statement, dass nur eine starke und innovative Wirtschaft einen starken Gesundheitssektor tragen könne, der wiederum selbst zu Wohlstand und Prosperität trage und ein Jobmotor sei. Die Voraussetzung dafür sei ein leistungsfähiges Bildungsystem sowie eine begabungs- und leistungsbezogene Förderung, so der Innovationsminister. In NRW werde deswegen kräftig in den medizinischen Fakultäten investiert. Pinkwart kundigte an, dass NRW mehr Studienplätze für Medizin schaffen werde. Bis 2011 sollen zusätzlich 100 neue Plätze angeboten werden.
mp3-Podcasts zum Download:
« zurück zur Übersicht
| Seite weiterempfehlen
| Facebook
| studiVZ / meinVZ / schülerVZ
| Twitter
|
Bookmark
Termine
10.02.12 | Rösrath
Neujahrsabendessen der FDP Rösrath mit Christian Lindner MdB
12.02.12 | Schwelm
12.02.12 | Gelsenkirchen
Marco Buschmann MdB beim Kreisparteitag der FDP-Gelsenkirchen














