Rund 200 Interessenten und überwiegend neue Mitglieder der FDP NRW waren am 24. September gekommen, um sich über aktuelle Themen und Mitwirkungsmöglichkeiten bei den Liberalen zu informieren. Landesvorsitzender Daniel Bahr sprach zu den wichtigsten tagespolitischen Herausforderungen, während Generalsekretär Joachim Stamp die Debatte über das neue Grundsatzprogramm vorstellte.
In Video-Clips und lockeren Gesprächsrunden, unter anderem mit den beiden stellvertretenden Landesvorsitzenden Angela Freimuth und Gisela Piltz, wurden nicht nur landes- und bundespolitische Aspekte beleuchtet, sondern auch zur Mitwirkung in der FDP und der liberalen Familie eingeladen.
Generalsekretär Stamp betonte, die Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms ersetze zwar nicht die Verpflichtung zu überzeugender Tagespolitik, sei aber notwendig, um das eigene Profil klarer zeigen zu können. Denn in Regierungsverantwortung müsse die FDP immer auch Kompromisse mit den anderen Regierungsparteien tragen, die nicht zur eigenen Profilbildung beitragen. Allerdings sei das Grundsatzprogramm nicht nur „Vergewisserung der eigenen Werte“, sondern müsse auch Antworten auf neue Herausforderungen geben. „Als Fortschrittspartei greift die FDP gesellschaftliche Entwicklungen auf und benennt Perspektiven für die Zukunft“, so Stamp. Dabei rief der Generalsekretär Interessenten und Mitglieder zur aktiven Mitarbeit am neuen Grundsatzprogramm auf. Denn das neue Programm werde nicht von einigen wenigen in Hinterzimmern geschrieben, sondern im breiten Diskurs mit Mitgliedern und Interessenten entwickelt.
In einem ausführlichen Video-Clip wurde die Geschichte der nordrhein-westfälischen Liberalen skizziert. Dabei wurde deutlich, dass die Geschichte Deutschlands nach 1945 ganz wesentlich von Liberalen geprägt wurde: Die Einführung der Sozialen Marktwirtschaft, die die Liberalen gemeinsam mit Ludwig Erhard gegen Widerstände von Sozialdemokraten und Teilen der Union als erfolgreiche Wirtschaftsform der jungen Republik durchsetzten, die Entspannungspolitik der späten 1960er und 1970er Jahre, die Walter Scheel und andere Liberale gemeinsam mit den Sozialdemokraten ermöglichten, die Erneuerung der Marktwirtschaft unter Otto Graf Lambsdorff in den 1980er Jahren und die historische Leistung von Hans-Dietrich Genscher bei der deutschen Wiedervereinigung.
Der Landesvorsitzende und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr stellte in seiner Rede heraus, dass mit den historischen Verdiensten der FDP ihr Auftrag in der bundesdeutschen Politik keinesfalls erschöpft sei. So bräuchte es auch weiterhin eine Kraft der Vernunft, die mit einer klaren Politik der Sozialen Marktwirtschaft den Wohlstand in Deutschland und Europa erhalte. Bahr bekannte sich zu einer Europapolitik, die zu einer Stabilitäts- statt einer Schuldenunion führe. Hier müsse Deutschland Vorbild sein. Er verwies auf die unverantwortliche Europapolitik von SPD und Grünen, die unter Gerhard Schröder und Joschka Fischer die Stabilitätskriterien in Europa aufgeweicht und damit zur jetzigen Krise beigetragen habe.
Insofern sei es indiskutabel, dass sich Rot-Grün jetzt als Retter Europas stilisieren wolle, aber mit Eurobonds und der faktischen Vergemeinschaftung von Schulden erneut der Stabilität in der EU schade. „Es macht einen Unterschied, ob die FDP mitregiert oder nicht“, stellte der Landesvorsitzende klar. Während es mit Hilfe der FDP gelungen sei, die Neuverschuldung im Bund drastisch zu reduzieren, sattele die nordrhein-westfälische Schuldenkönigin Hannelore Kraft mit Rot-Grün neue Schulden drauf und verteile nicht zu finanzierende Wahlgeschenke. Die FDP müsse diesen Kontrast und ihre Erfolge noch deutlicher herausstellen und konsequent weiter für die notwendigen Reformen arbeiten, betonte Bahr in seiner mit viel Beifall aufgenommenen Rede.
In verschiedenen Gesprächsrunden präsentierten sich die vielfältigen Verbände der liberalen Familie. Neben zahlreichen Informationen gab es dabei auch ein unterhaltsames Quiz, in dem aktuelle politische Fragen beantwortet und in einem Dalli-Klick-Spiel prominente Liberale erraten werden mussten.
Ergänzt wurde das Programm durch persönliche Gespräche zwischen Interessenten, Mitgliedern und Parteiführung, die sich auch beim anschließenden Tag der offenen Tür der Landtagsfraktion fortsetzten.
Bei herrlichem Wetter schlossen die NRW-Liberalen diesen gelungenen Tag mit einer Bootsfahrt auf dem Rhein ab. „Dieser Tag hat uns gut getan. Wir werden mit neuem Schwung weiter für den Erfolg der Liberalen arbeiten“, resümierte Generalsekretär Joachim Stamp bei der Verabschiedung der Teilnehmer.
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