Bahr setzt wesentliche Verbesserungen für Demenzkranke durch

Berlin, 18. Januar 2012

Daniel Bahr
Daniel Bahr
In den nächsten 50 Jahren, so schätzen Experten, verdoppelt sich die Anzahl an Demenzerkrankten in Deutschland. Dabei erhalten bislang Erkrankte bereits zu wenig Unterstützung. Jetzt verbessert Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr die Hilfe deutlich.

Schon heute sind in Deutschland etwa eine halbe Million Menschen an Demenz erkrankt. Viele von ihnen erhalten gar keine oder nur unzureichend Hilfe. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat jetzt eine Gesetzesnovelle vorgelegt, die in den verschiedenen Pflegestufen höhere Leistungen bringt. „Das ist ein Fortschritt und eine deutliche Verbesserung für Demenzkranke und ihre Angehörigen», sagte Bahr am Mittwoch (18.01.2012) in Berlin.

Kernstück der Reform sind einerseits höhere Pflegesachleistungen für Demenzerkrankte. Auf der anderen Seite ein höheres Pflegegeld. Beide Maßnahmen zusammen umfassen ein Volumen von mehr als 650 Millionen Euro – das den Erkrankten zu Gute kommt. Bedürftige können künftig zudem statt Leistungen auch Zeitkontingente mit den Diensten vereinbaren. Diese Wahlmöglichkeiten und Flexibilisierungen schlügen mit 200 Millionen Euro zu Buche. Auch Erkrankte, die zu Hause betreut werden, werden künftig besser gestellt. Sowohl geistig Behinderte als auch Demenzerkrankte, die in keiner Pflegestufe sind, erhalten künftig 220 Euro statt 100 Euro – bei besonderen Bedarfsfällen 320 Euro statt bislang 200 Euro.

Das zweite Element der Pflegereform, die geplante private Zusatzversicherung, die eine besondere steuerliche Förderung erhalten soll, wird wie geplant 2013 starten.